VISION
Ausgangspunkt

Jede Arbeit beginnt mit dem Ort. Ich lese seine Architektur, Wege, Blickachsen und Lichtverhältnisse, ebenso Geschichte, Nutzung und Atmosphäre. Durch Besuche zu verschiedenen Tageszeiten und im Gespräch mit den Menschen, die ihn täglich nutzen, klärt sich die Aufgabe: einen Raum fassen, einen Übergang markieren, an etwas erinnern oder einem Platz eine Mitte geben. Erst daraus entsteht die Form.

Form

Ich suche eine klare skulpturale Geste, die den Raum führt, ohne ihn zu besetzen. Sie soll aus der Distanz lesbar sein und aus der Nähe über Proportion, Material und Oberfläche bestehen. Es geht mir um die Grenze zwischen Zeichen und Körper, zwischen Architektur und Bewegung. Die Form wird zur räumlichen Erfahrung: beim Vorbeigehen, Annähern, Umkreisen oder Durchqueren. Licht, Schatten, Spiegelung und Durchblick verändern die Wahrnehmung im Lauf des Tages und machen die Arbeit zu einem Teil des Ortes.

Öffentlichkeit

Meine Arbeiten richten sich an alle, die vorbeikommen, und bleiben ohne Vorwissen zugänglich. Themen wie Erinnerung, Zusammenhalt oder Verletzlichkeit werden über Raum, Körper und Licht erfahrbar, bevor sie sich erklären lassen. Eine Arbeit im öffentlichen Raum gelingt, wenn sie Teil der Wege, Blicke und Begegnungen eines Ortes wird und sich einprägt, ohne sich aufzudrängen.

Haltung

Mich interessiert, wie eine skulpturale Setzung das Verhältnis zwischen Mensch, Architektur und öffentlichem Raum sichtbar macht. Wiederkehrend ist dabei der menschliche Körper in Bewegung: als Maßstab, als Spur, als Gegenüber. Meine Arbeiten sind eigenständige Zeichen, bleiben aber präzise an ihren Standort gebunden. Sie dürfen etwas über einen Ort behaupten — und müssen diese Aussage formal, räumlich und über die Zeit tragen. So entstehen Formen, die offen für unterschiedliche Lesarten bleiben und zugleich eine dauerhafte Präsenz entfalten.